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Junge Forscher präsentieren ihre Ergebnisse

Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ wurden Arbeiten präsentiert: Lisa Schulz von der Wirtschaftsförderung ist virtuell im Projekt des Wuppertalers Tobias Gerbracht unterwegs. © Christian Beier

Ben Schröter, Max Eberhardt und Ben Kegelbein vom Leibnitz-Gymnasium Remscheid zeigen Flugmodelle, die sie Flugsamen nachempfunden haben. © Christian Beier

Phillip zur Löwen, Anne Jakubek und Hannes Widera von der Friedrich-Albert-Lange-Schule zeigen ihren Thermo-Hydro-Suit. © Christian Beier

Nicht immer steckt hinter der Wissenschaft ein grauhaariger Professor, der im hohen Alter mit Formeln und Theorien um sich wirft. Bei der 52. Ausgabe von „Jugend forscht“, bewiesen junge Menschen, dass Forschen kein Alter kennt. In sechs überwiegend naturwissenschaftlichen Disziplinen traten beim Regionalwettbewerb 50 Jugendliche an und zeigten, was sie in den letzten Monaten herausgefunden und entwickelt hatten. Ausrichtungsort war zum 20. Mal das Gründer- und Technologiezentrum in Solingen. Aus dem Bergischen Städtedreieck, Leverkusen, Wipperfürth, Bergisch Gladbach und Rösrath kamen die jungen Forscher am Samstag angereist.

Ein Kaugummi, der die Zähne putzt? Klingt absurd, ist es aber nicht. Zwar kämpfen Chiara Zimmermann (17) und ihr Team aus Rösrath noch mit Geschmacksproblemen – die richtige Konsistenz hat ihr Zahnbürsten-Kaugummi aber schon. „Wir haben die schädlichen Inhaltsstoffe eines Kaugummis entfernt und sie durch die einer Zahnpasta ersetzt“, erklärte Chiara.

Tierisch wurde es am Stand nebenan: Dass Flöten- und Geigenmusik beim besten Freund des Menschen Urinstinkte weckt, die den Hund zum Bellen animieren, fanden Annika Bäuerle (17) und Paula Jung (17) heraus. Klaviermusik hingegen hatte eine beruhigende Wirkung auf Haustiere.

Unter dem Namen „Thermo-Hydro-Suit“ könnte es schon bald wärmende Skibekleidung zu kaufen geben - Patentpotential habe die Entwicklung von Hannes Widera (17), Anne Jakubek (18) und Philipp zur Löwen (18) laut Jury jedenfalls. Die Schüler der Friedrich-Albert-Lange-Schule waren die einzigen Teilnehmer aus Solingen. Die Frage, die sie sich stellten: „Wie kann man die ganze Energie des Körpers nutzen?“ Mit einer Wärmebildkamera wurde deutlich, dass am Rücken die meiste Wärme produziert und gespeichert wird, die Finger bleiben kalt. „Wir dachten uns also einen Wärmetauscher aus, der mit einer Pumpe verknüpft ist“, erklärte Hannes Widera. Durch eine Schlauchschnecke wird das vom Rücken erwärmte Wasser zu den Fingern gepumpt. Dass das funktioniert, beweist die Wärmebildkamera. Mit ihrem Projekt landeten sie zum Schluss auf dem dritten Platz in der Kategorie Technik.

Dauersieger erstaunte wieder Jury und Publikum

Jury und Besucher zum Stauen brachte wieder Tobias Gerbracht, der 2016 den Bundessieg im Fachgebiet Arbeitswelt holte. Seit zweieinhalb Jahren hatte er an seinem Projekt gearbeitet und eine innovative Messvorrichtung zum flächendeckenden Detektiv von Abgasmolekülen entwickelt. „Ich möchte Fakten statt Spekulationen liefern“, erklärte der 19-Jährige. Sein Gerät, dessen 185 Einzelteile er eigenständig am Computer konstruiert, perfektioniert und am Ende praktisch umgesetzt hat, erreicht einen Lichtweg von 1,4 Kilometern.

Schüler unter 14 Jahren, nahmen am Wettbewerb „Jugend experimentiert“ teil, der unabhängig von den Projekten „Jugend forscht“ gewertet wurde. Unter ihnen waren Katja Buchavzor (11) und Diana Ferreira (12). Die Rösratherinnen nahmen den Klimawandel unter die Lupe. Bereits zum zweiten Mal mit dabei war das Team um Anton Pembaur (18) vom Leibniz-Gymnasium Remscheid. Sie waren in ihren Forschungen dem Epigenom auf der Spur und untersuchen seit vier Jahren Stabschrecken. Obwohl sich die kleinen Insekten A-sexuell fortpflanzen und die gleiche DNA besitzen, können sie in ihrer Farbe braun oder grün sein. Die drei jungen Forscher fanden unter anderem heraus, dass es mit dem Futter zutun hat. Trockene Blätter lassen die Stabschrecken braun werden.

QUALIFIZIERT FÜR 3.-5. April) HABEN SICH Tobias Gerbracht (19); städtisches Carl-Fuhlrott-Gymnasium Wuppertal, „Entwicklung einer innovativen Messvorrichtung zur flächendeckenden Detektiv von Abgasmolekülen. Anton Pembaur (18), Gianluca di Bari (17), Finja Henke (18), städtisches Leibniz-Gymnasium Remscheid, „Ramulus artemis – Dem Epigenom auf der Spur“. Stefan Kemmerich (14), Erzbischöfliches ST.-Angela-Gymnasium Wipperfürth „Ökologische Untersuchung an limnoterrestrische Tardigraden“

Solinger Tageblatt vom 6. März 2017