nach mehreren Jahren Entwicklung und zahlreichen Versuchen ein Sondermagnet zum sanften Wenden von Brammen zu entwickeln und diesen am 15. Juni 2004 am Kran 19 der Salzgitter AG vorzustellen.
Es wurde ein Magnetkran mit starrer Lastführung (Baum) zu einem herkömmlichen Traversenkran durch die SZST umgebaut, mit dem der Brammentransport und das sanfte Wenden der Brammen möglich wurde. Durch Abbau der Totlast wurde die Tragkraft auf 40 to erhöht. Die Katze, die Fahrwerke und die Elektrik wurden erneuert und zusätzlich mit einer Pendeldämpfung ausgestattet.
Das Ergebnis war für alle Beteiligten überwältigend! Die anwesenden Gäste waren von der Vorführung dieses neuen Evertz-Magneten begeistert. Die Aufgabenstellung war es, Brammen nicht nur zu transportieren, sondern diese auch direkt mit einem "Magneten" 'sanft' zu wenden - was bis dato nie gelang. Immer wieder kam es zu Störungen und Unterbrechungen im Produktionsablauf, hervorgerufen durch das Abfallen der Brammen und den damit einhergehenden starken Vibrationen, die mitunter eine in der Nähe gelegene E-Station außer Betrieb setzten. Zusätzlich bestand aufgrund der Krankonstruktion ein erhöhter Instandhaltungsaufwand, welcher der Vergangenheit angehört. Stöße in die Krankonstruktion durch Ausheben der Krankatze können nicht mehr auftreten. Verursacht wurden die gewaltigen Schläge, wenn der herkömmliche Magnet beim Wenden von der Schmal- auf die Breitseite umsprang, bzw. umgekehrt oder die Bramme beim Wenden abriß und auf den Boden aufschlug. Diese Schläge waren so stark, daß die Krankatze gelegentlich aus ihren Schienen sprang.
Gelöst wurde diese Aufgabe des 'sanften' Wendens und des Transportes der bis zu 40 t schweren, 250 mm dicken und bis zu 2.600 mm breiten Brammen mit einem vom Evertz-Magnetbau entwickelten Sondermagneten. Der Kranfahrer erhält eine spezielle Einweisung. Die Brammen fallen nicht mehr ab, Schläge in die Krananlage werden minimiert. Die zukünftigen Einsparungen gehen - über die Laufzeit des Magneten gerechnet - leicht in die vielen Millionen.
Unter Berücksichtigung des gewaltigen Hebelarms der maximalen Brammenbreite (2.600 mm) und nur der Linienberührung zwischen Magnet und den bis zu 500° C heißen Brammen wurde ein Magnet entwickelt, dessen Magnetfeld speziell auf die Linienberührung der Pole ausgelegt ist. Wichtig hierbei ist, daß die Pole den Brammendicken in einem speziellen Verhältnis angepaßt sind, um ein 'sanftes' Wenden zu gewährleisten.
Auch das Transportieren der Brammen ist horizontal sowie vertikal problemlos und sicher mit der Linienberührung zwischen Bramme und Magnet möglich. Und dies alles mit nur einem Magneten von einem Eigengewicht von ca. 10 t. Schutzrechte sind erteilt. Das gleiche System zur Anwendung in vorhandenen Stripperkränen ist in der Entwicklung.