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April 06, 2009

de„Wir haben etwas mehr Luft“

Category: Presseberichte Evertz Group, Startseiten-Teaser, News Klopp

 

KLOPP Maschinenbauer spürt keine Krise: Am Birkenweiher entstand gerade ein großes Fräs- und Bohrsystem.

Früher produzierte hier Kieserling, jetzt gehört alles zur Evertz-Gruppe: Geschäftsführer Ralf Evertz (M.) mit Frank Kohnertz und Ulrike Migdalek (Verkauf) an der neuen sechsachsigen Fräs- und Bohranlage. Foto: Uli Preuss

10 bis 20 Prozent Produktionseinbruch: Damit rechnen die deutschen Maschinenbauer für 2009 (ST berichtete gestern). „Die Auftragslage für dieses Jahr ist absolut zufriedenstellend“, sagt dagegen Klopp-Prokurist Frank Kohnertz. „Kurzarbeit war und ist bei uns nicht in Sicht.“

Klopp liefert gerade eine der größten Maschinen aus, die in der letzten Zeit gebaut wurden: ein universelles Fräs- und Bohrsystem in Fahrständerversion. Es geht an den Antriebsräder-Spezialisten ZAK in Ense (Sauerland) und wird dessen größte und modernste Maschine.
Das rund 600 000 Euro teure Modell UFS 1000 C mit einem in zwei Ebenen automatisch schwenkbaren Fräskopf hat eine Aufstellfläche von sieben mal acht Metern. Der Rundtisch wurde in Kooperation mit der Remscheider Firma Peiseler entwickelt, der automatische Werkzeugwechsler zusammen mit der Miksch GmbH in Göttingen.

„2009 wird es bei uns definitiv keinen Einbruch geben“, freut sich Ingenieur Kohnertz. „Wenn in einem Bereich Investitionen gebremst werden, wie beispielsweise bei der Automobilindustrie, dann geht es in einem anderen Bereich weiter, etwa bei der Maschinenüberholung.“ Gerade werde etwa eine 25 Jahre alte Bettfräsmaschine überholt und modernisiert. Im Vergleich zum Preis einer neuen Maschine spart der Kunde rund ein Drittel.

Wenig krisenanfällig ist Klopp auch, weil das Angebot von der kleinen Fräsmaschine für 40 000 Euro bis zur großen Anlage reicht. Das gerade in rund elf Monaten gebaute universelle Fräs- und Bohrsystem etwa kann mit zusätzlichen Rund- und Spann-tischen erweitert werden. „Wegen der großen Bandbreite reicht unser Kundenstamm vom kleinen Vorrichtungsbauer bis zur Autoindustrie“, erläutert Kohnertz. „Das geht wirklich querbeet. Dadurch haben wir etwas mehr Luft.“ Zu rund 80 Prozent sind die 25 Klopp-Mitarbeiter für europäische Kunden im Einsatz.


Neuanfang 1992 unter dem Dach der Evertz-Gruppe


Die Spezialisten für schwere Zerspanung mussten anfangs allerdings kämpfen. Nach der Insolvenz der Vorgängerfirma, so der Prokurist, „haben wir relativ lange gebraucht, um zu zeigen, wir sind immer noch da. Wir haben den guten Namen zurück.“ 1992 machte man als Teil der Evertz-Gruppe den Neuanfang an der Prinzenstraße in Ohligs, seit 2004 ist man in Halle 5 auf dem ehemaligen Kieserling-Gelände zu Hause.
Frank Kohnertz: „Bei uns ist Qualität gefragt. Wir gehen sehr auf Kundenwünsche ein. Das geht schon in Richtung Sondermaschinenbau. Schließlich blicken wir auf rund 100 Jahre Maschinenbau-Erfahrung zurück.“ Damit das Know-how erhalten bleibt, will Klopp ab 2010 auch ausbilden – einen Mechatroniker und einen Industriemechaniker. „Fachkräfte sind dünn gesät.“
flm 
Solinger Tageblatt vom 03.04.2009




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