Bei der Egon Evertz KG erklangen klassische Töne, dargeboten für geladene Gäste von 90 brillanten Musikern, den "Bayer-Philharmonikern" aus Leverkusen
"Unternehmenskultur", Titel für ein Konzert der Egon Evertz KG.
Der Unternehmer, Egon Evertz, nahm das Wort Kultur sehr ernst und bot seinen Gästen am Samstag in der großen Werkshalle der Firma, die zum Veranstaltungsraum wurde, 90 hervorragende Musiker, die "Bayer-Philharmoniker" aus Leverkusen. Sie gehen demnächst auf Welttournee, ihr Programm aber hatte in Solingen Weltpremiere. "Viel Glück" muß man nicht wünschen, wenn man die Darbietungen gehört hat. Kein Moment ist an dem Erfolg zu zweifeln. Erstklassige Musiker boten der großen Zuhörerschar Kabinettstücke, die Generalmusikdirektor Rainer Koch unspektakulär, energisch und mit Feingefühl in Szene zu setzen wußte. Zu den einzelnen Werken gab er jeweils ein kurze, präzise, charmante Einführung.
Das Konzert begann mit der pompösen, barocken Ouvertüre zu Händels "Feuerwerksmusik" mit ihren strahlenden Bläser-Passagen. Kontrast dazu: Johann Sebastian Bachs "Air" aus der 3. Orgelsuite, zart und schmeichelnd von den Streichern dargeboten. Ebenso die "Badinerie" des Komponisten, bei der die Flötistin Martina Schultze die Solo-Flöte spielte und damit zeigte, welche Talente in diesem Bayer-Orchester sitzen.
Im Mozart-Jahr darf der Komponist nicht fehlen. Der erste Satz aus seiner g-moll-Sypmphonie wurde dargeboten und die dramatische Ouvertüre zur "Zauberflöte".
Das Programm war darüber hinaus der etwas leichteren, aber nicht minder wertvollen Literatur gewidmet. Mit Stücken von Franz von Suppé über Smetana und Tschaikowsky bis Strauß erfreuten die Philharmoniker mit bekannten Werken. Beim "Radetzky-Marsch", dem Schluß, drehte der Dirigent dem Orchester den Rücken zu. Das Publikum war gefordert, klatschte im Takt, wie es zuvor auch immer herzlichen Beifall gespendet hatte.
Solinger Tageblatt vom 28.08.2006