Weltbürger mit Bodenhaftung

Das 50-Jährige der Firma Evertz war ein Ereignis. Mit 300 Mark Kapital in der Tasche begann 1956 der Aufstieg von Egon Evertz.

(w.p.g.) Rund 550 geladene Gäste waren gern gekommen. Alle deutschen Stahlhersteller hatten zum Teil hochrangigste Repräsentanten geschickt. Die Spitzen von Rat und Verwaltung der Stadt waren ebenso zugegen wie Vertreter der heimischen Wirtschaft. Sie alle und ein hochkarätiges Programm machten am Samstagabend die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Egon Evertz KG zu einem gesellschaftlichen Ereignis.

 

Im Mittelpunkt stand natürlich der inzwischen 69-jährige Firmengründer. Seine Verdienste um die internationale Hüttenindustrie würdigte als Festredner ein ausgesprochener Fachmann: Prof. Dr. Ing. Dieter Ameling ist Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh.

 

Längst auch ein persönlicher Freund von Egon Evertz, zeichnete er den Aufstieg des 19-jährigen, der 1956 mit 300 Mark Eigenkapital startete, zum unverzichtbaren Dienstleister der Stahlindustrie nach. Immer dicht am Markt zu sein, die Wünsche der Stahlhersteller zu erfüllen, sei dabei das Patentrezept gewesen. Und auch die Fähigkeit, auf Entwicklungen der Branche - wie die Umstellung auf Strangguss - zu reagieren. Evertz spezialisierte sich auf andere Dienstleistungen. Das ST berichtete.

 

Der Jubilar mit den vielseitigen Talenten verkörpere die Eigenschaften des Solingers: Er sei eigen, fleißig, tüftelig und genügsam. Auch wenn Evertz-Mitarbeiter inzwischen in der ganzen Welt tätig seien - der Verwaltungs-sitz der Gruppe sei stets Solingen geblieben. Ameling: "Egon Evertz ist ein echter Weltbürger mit einer klaren Verwurzelung in der Heimat." Oberbürgermeister Franz Haug hatte in seiner Laudatio unter anderem Evertz' ausgeprägtes soziales Engagement herausgestellt, das sich in segensreichem Mäzenatentum in und für Solingen auswirke: Er fördere die Musikschule, karitative Verbände, Kinderheime, Kirchen und die Solinger Kinderstuben. Dafür sei Evertz 2003 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden. "Wir alle und die Stadt Solingen sind stolz auf dich!"

 

Der Hochgelobte hatte bei der Begrüßung betont, dass das Erreichte nur gemeinsam im Team möglich gewesen sei. Natürlich feierte - wie auch Evertz' Familie inklusive der Enkel - auch die Belegschaft mit (die dem Chef ein Gemälde schenkte). Alle zusammen genossen die erstklassigen musikalischen Darbietungen der "Jugend musiziert"-Bundessieger Niklas Liepe (Violine) und Nils Liepe (Piano) und das gemeinsame Spiel der beiden Orgeln durch Markus Riebatsch und Oliver Schulte. Janos Rajta mit den Budapester Solisten steuerte Zigeuner-Weisen bei. Günter Noris und seine Big-Band spielten gekonnte Tanzmusik, zu der man Egon Evertz mit den Enkeln im Ringelreihen erleben konnte. Als Conferencier führte Nico Schifferer durch den gelungenen Abend.

 

Foto: Uli Preuss (w.p.g.), Solinger Tageblatt